Pokemon Go Schweiz

1412217_474738516032524_3809264926253253067_oWarum Pokémon Go die Herzen und Beine beflügelt

Schnitzeljagd war früher. Geocaching ist schon vergessen. Heute redet jeder nur noch über Pokémon Go. Während die Polizei vor selbstverschuldeten Unfällen warnt, steigt die Zahl der Nutzer steil an. Schon nach einem Tag überstieg die Zahl der Pokémon Go Spieler die Nutzerzahlen von Tinder.

Es zeigt sich einmal mehr: Das Kind in uns herauszulocken ist keine Schwierigkeit. Es braucht lediglich einen grossen Spielplatz und ein passendes Spielzeug – und schon ist unsere kindliche Freude perfekt: Kindergeburtstag und Ostern zusammen!

Ist Pokémon Go so einfach wie es klingt?

Mit Sicherheit, denn ansonsten würden es nicht so viele spielen.

Egal ob mit cooler Gelassenheit, ob als Gag mit Freunden oder ob man sich mit Spannung nach den ersten Metern und die ersten Bällen sehnt: Zuerst steht, wie immer, die Installation der App an. Verfügbar ist Pokémon Go für Geräte mit iOS und Android-Betriebssystemen sowie integrierten GPS und Kamerafunktionen.

Wenn die App dann nicht wie erwartet sofort funktioniert, kann es daran liegen, dass Sie nicht der einzige sind. Denn der grosse Ansturm auf die App führt gelegentlich bei den Servern zu kurzzeitigen Überlastungen.

Ist endlich alles geschafft, die App erfolgreich installiert und das Wetter noch immer schön, kann es losgehen. Fast zumindest. Denn da man sich während des Spiels draussen bewegt, ist es nicht möglich, eine WLAN-Verbindung zu nutzen. Insofern muss, um das Spiel beginnen zu können, die mobile Datenverbindung aktiviert und das GPS eingeschaltet sein.

Diese Voraussetzung führte dazu, dass vielen Gamern der im Voraus erwartet hohe Datenverbrauch zum Schwitzen brachte. Denn solange man Pokémons jagt, muss die App geöffnet bleiben und Daten werden übertragen. In den USA hat T-Mobile darauf reagiert und bietet für das Spielen von Pokémon Go kostenfreies Internet für ein Jahr. Fragt man sich, wann uns auch hierzulande die grossen Anbieter beim Abwerfen von kleinen Pokémons unterstützen. Oder ist das gar nicht nötig?

Tatsächlich werden, entgegen vieler Befürchtungen, nur circa 20 MB pro Stunde verbraucht, was einen relativ geringen Datenverbrauch darstellt.

Doch das Spiel ist Leistungsintensiv! Was es von uns an verbrannten Kalorien abverlangt, verlangt die App auch an Akkuverbrauch von unseren Smartphones ab. Die Devise lautet: Wer Freude will, muss Leistung geben.

Doch ist Pokémon Go auch so spassig wie es klingt?

Mit Sicherheit, denn ansonsten würden es nicht so viele spielen.

Die Nutzerzahlen sprechen für sich. Genauso wie die bereits verursachten Unfälle und Anrempeleien, die durch die achtsame Konzentration auf das Gadget und die gleichzeitige Vernachlässigung der realen Umwelt verursacht wurden. Doch was steht dahinter? Ist es tatsächlich so attraktiv, einer der Vielen zu sein, die mit gebeugten Schultern und geduckten Köpfen durch die Strassen eiern?

Ja! Denn egal, ob es ein Hype oder ein längerfristig anhaltender Trend ist: Solche Erfolge entstehen nicht, solange nichts dahintersteht. Menschen tun sich stundenlanges Herumirren nicht freiwillig an, wenn es keinen Spass bereitet. Wie lange die Freude an dem Spiel anhält, wird die Zeit zeigen.

Die Attraktivität liegt, wie so oft, auch hier nicht in der eigenen Figur, die man abgibt. Doch entgegen der ansonsten noch schieferen Couch-Haltung ist hier die Bewegung Voraussetzung für das Finden von Pokémons. Und diese Bewegung findet nicht etwa in bis dahin fremden Welten statt, sondern steht in Verbindung zu unserer täglichen Umgebung. Und das ist sehr attraktiv!

Und für wen ist Pokémon Go besonders spassig?

Manche sammeln Pokémons, andere sammeln Daten.

Während wir vergnügt durch die Strassen unserer Stadt spazieren und virtuell mit Bällen auf entgegenkommende Personen werfen, werden unsere Daten fleissig gesammelt und dürfen, nach unserer Zustimmung zu den AGB, an Dritte weitergegeben werden. Das ist nichts Neues. Jeder versucht, das Beste aus der Situation zu ziehen.

Manche sammeln Pokémons, andere sammeln Geld.

Nintendo, welches einen Teil von The Pokémon Company hält, erfuhr einen Werteanstieg der Aktien um 25%. Und was ist der Anteil der Spieler? Ein Anstieg der täglichen Bewegung um 25%? Schwer zu messen, da dies stark von den individuellen Gewohnheiten der einzelnen Spieler abhängt. Klar ist allerdings, dank der gesammelten Daten, dass sich 60% der Spieler täglich auf die Suche nach Pokémons begeben.

Und das im durchschnittlichen Mittel von täglich 43 Minuten. Zum Vergleich: Das ist mehr Zeit als täglich auf WhatsApp, Instagram, Snapchat oder dem Messenger von Facebook verbracht wird. Ärzte atmen auf und loben die neue App.

Was die Rolle der Fitnessstudios in dem neu hereingebrochenen Informations-Zeitalter mit der lang vermissten Bewegung ist? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wohl erst noch Daten gesammelt werden.

Und was tun wir jetzt, mit all dem Wissen? App herunterladen und uns an der gewonnenen Bewegung und den fancy Pokémons erfreuen! Wer weiss, vielleicht entdecken auch Sie Ihre Umgebung ganz neu…

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